Glossar

Stadtbahn
Stadtbahnen verkehren wie Straßenbahnen gemäß der BOStraB nach anderen Regeln als Eisenbahnen (EBO). Die Höchstgeschwindigkeit von Stadtbahnen ist geringer, die Haltestellen-Abstände sind kürzer und die Fahrzeiten damit erheblich länger.

 

Hochflur-Stadtbahn

Die von Landrat Rainer Haas und ursprünglich auch vom Markgröninger Gemeinderat favorisierte Hochflur-Stadtbahn nach Stuttgarter Bauart (SSB) sollte von Aldingen über Pattonville zum Ludwigsburger Bahnhof und von dort über die Bahnstrecke Ludwigsburg–Markgröningen zum Festplatz geführt werden. Sie wird wegen ihrer Hochbahnsteige und Oberleitungen von der Stadt Ludwigsburg abgelehnt, weil sie schlecht in den Straßenraum integrierbar sei und das barocke Stadtbild störe. Die Strecke Remseck-Markgröningen wäre frühestens in zehn, eher in 15 Jahren realisierbar. Markgröningen würde als letztes angeschlossen, möglicherweise erst in zwanzig Jahren, falls Einwände und Klagen die Realisierung verzögern.

 

Niederflur-Stadtbahn

Die von der Stadt Ludwigsburg bevorzugte Niederflurvariante der Stadtbahn wird mit Wasserstoff betrieben und passt sich ohne Oberleitungen und Hochbahnsteige besser ins Stadtbild ein. Sie kann im Gegensatz zur Hochflurstadtbahn Stuttgarter Bauart im Mischbetrieb mit der Eisenbahn auf der Bahnstrecke Markgröningen-Ludwigsburg verkehren.

 

Bahnreaktivierung

Der Ostteil der Bahnstrecke Ludwigsburg–Markgröningen wird bis zum Lotter noch werktäglich befahren. Der Westteil ist zwar stillgelegt, jedoch noch für den Eisenbahnverkehr gewidmet und kann deshalb ohne Verzögerungen durch aufwändige Planfeststellungsverfahren und ohne Klagerisiken reaktiviert werden. Binnen drei Jahren könnte sie in Betrieb genommen werden.

 

Kombilösung gemäß Doppelstrategie

Von der Stadtverwaltung Ludwigsburg vorgeschlagene Alternativlösung zur Hochflurstadtbahn. Das Konzept setzt auf die der Reaktivierung der Bahnstrecke Markgröningen und deren Durchbindung nach Kornwestheim in Kombination mit einem ebenso schnell umsetzbaren BRT-Bus-Netz,  das durch zwei Niederflur-Stadtbahn-Strecken ergänzt werden kann. Eine davon soll die Bahnstrecke nach Markgröningen im Mischbetrieb mit der Eisenbahn nutzen.

 

Doppelstrategie

Im Verkehrsministerium abgestimmte und vom Ludwigsburger Gemeinderat beschlossene Vorgehensweise, die vorsieht sowohl die Kombilösung mit Bahn und BRT, als auch von zwei Niederfluhr-Stadtbahn-Strecken zu verfolgen und dabei Förderkonflikte auszuschließen.

 

BRT-Busse

Für Ludwigsburg und Remseck diskutiertes schienenloses Schnellbussystem. BRT steht für Bus Rapid Transit, der dem Qualitätsstandard von Schienennahverkehrssystemen nahekommen soll und dabei geringeren Infrastrukturaufwand verlangt. Ein BRT-Netz kann im Vergleich zu einer Stadtbahn weit schneller umgesetzt und kostengünstiger betrieben werden. Zuschüsse können auch für den BRT beantragt werden.

 

Mischbetrieb

Auf der reaktivierten Bahnstrecke kann in einer zweiten Ausbauphase die Niederflur-Stadtbahn die Eisenbahn ergänzen und einen attraktiven Viertelstundentakt ermöglichen. Ebenso wäre als weitere Ausbaukomponente eine Verlängerung über das Bildungszentrum und das interkommunlae Gewerbegebiet nach Schwieberdingen mit Anschluss an den Metropolexpress möglich.

 

Haltepunkt Metropolexpress

An der Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart auf Höhe des interkommunalen Gewerbegebietes könnte ein Metropolexpress von Pforzheim nach Böblingen einen Haltepunkt mit konkurrenzlos schneller Verbindung nach Stuttgart anfahren.

 

Eisenbahn-Haltepunkt Innenstadt

Die Bahnstrecke könnte auf der Bahnhofstraße bis zur Kreissparkasse oder bis zur Wernerstraße verlängert werden und somit die Markgröninger Innenstadt erschließen. Voraussetzung wäre ein Einbahnstraßensystem auf Bahnhof- und Sudetenstraße.

 

Stadtbuslinie gemäß Bahntakt

Markgröninger Ringbuslinie vom Bahnhof über Bahnhofstraße - Graf-Hartmann-Straße - Paulinenstraße - Schillerstraße  - Grabenstraße - Münchinger Straße - Stuttgarter Weg - Daimlerstraße zum Bahnhof und umgekehrt im Halbstundentakt.

 

Pendler

Für den Pendler ist der ÖPNV dann attraktiv, wenn er schnell an sein Ziel gelangt. Auf der reaktivierten Eisenbahnstrecke von Markgröningen nachLudwigsburg wäre das in zwölf Minuten möglich. Das Umsteigen in den Regionalexpress für die Weiterfahrt nach Stuttgart könnte zeitsparend am selben Bahnsteig erfolgen. Die Fahrzeit vom Bahnhof Markgröningen zum Stuttgarter Hauptbahnhof würde damit auf 29 Minuten schrumpfen. Noch attraktiver wäre der Metropolexpress ab einem neuen Halt an der Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart. Von hier wäre man in fünf Minuten in Feuerbach und in knapp 15 Minuten in Stuttgart-Vaihingen, wo zahlreiche Umsteige-Möglichkeiten zum Flughafen bzw. zu verschiedenen Filderorten und zu den Universitäten in Vaihingen und Hohenheim bestehen.

 

Wirtschaftlichkeitsprognose

Unsere Bahnstrecke hat die beste Wirtschaftlichkeitsprognose im ganzen Land. Die nur 8,5 km kurze Strecke hat ein hohes Nutzerpotenzial auf engem Raum und kann mit einem geringen Investitionsaufwand von maximal 25 Millionen Euro realisiert werden.

 

Markgröninger Bahnhof

Da das Bahnhofsgebäude in Privathand ist, sollte am Bahnhof eine Wartehalle mit Kioskund Fahrkartenautomaten erstellt werden. Vorzusehen sind zudem ein Bus-Terminal für RBS- und Stadtbusse, ein Park&Ride-Platz und eine Fahrradstation. Die bestehenden Gleise sollten für lange Sonderzüge und die potenzielle Wiederaufnahme des Güterverkehrs erhalten bleiben.

 

Reaktivierungsdebatte

Seit 25 Jahre erhoffen sich viele Markgröninger die Reaktivierung ihrer Bahnstrecke. Diese wurde trotz bester Wirtschaftlichkeit wegen der aufkommenden Stadtbahndebatte immer weiter verschoben. Ohne Einbindung der Markgröninger Bahnstrecke wäre die Ludwigsburger Stadtbahn unrentabel und nicht förderfähig.

 

Schiene statt Straße

reduziert Umweltbelastungen wie Feinstaub und Lärm und verhindert weitere Flächenversiegelung durch Straßenbau.