Doppelstrategie mit Bahnreaktivierung

Der Kreistag Ludwigsburg hat in seiner Sitzung am 17. Juli 2017 einstimmig die Planungen für die Reaktivierung der Bahnstrecke von Markgröningen nach Ludwigsburg als Teil der Doppelstrategie beschlossen.

 

Um die Doppelstrategie voranzutreiben, wurde jetzt eine Lenkungsgruppe der Stadt und des Kreises Ludwigsburg zusammen mit den Bürgermeistern der betroffenen Städte gebildet und zwei Projektgruppen gegründet. Unter Federführung der Stadt Ludwigsburg kümmert sich eine Projektgruppe um die Planung der Regionalbahn in Kombination mit einem BRT-Schnellbussystem, das jetzt unter der Bezeichnung „schienenloses Stadtbahnsystem“ geführt wird. Pikanter Weise betreut die zweite Projektgruppe aus dem Landratsamt das alternative Niederflur-Bahnsystem, nachdem das zuerst vom Landrat und auch vom Markgröninger Bürgermeister favorisierte Hochflur-Bahnsystem nach SSB-Vorbild sich als nicht mehrheitsfähig erwiesen hatte.

 

Die Regionalbahn hat mit ihrem von Anfang an hohen Wirtschaftlichkeitsfaktor und ihrem Weiterentwicklungspotenial auf der Schusterbahn in Richtung Esslingen und nach Leonberg sowie einem zusätzlichen Halt bei W+W in Kornwestheim das Zeug zum Leuchturmprojekt, zumal mit wasserstoffbetriebenen Zügen auch noch eine Zukunftstechnologie am Start wäre. „Die ersten Maßnahmen für die Regionalbahn werden schon in der ersten Wahlperiode ab 2019 umgesetzt“, versprach OB Spec (LKZ vom 18. Juli 2017).

 

Um die erwarteten Fördermittel nicht durch die Doppelstrategie zu kannibalisieren, werden beim Bund eine Förderung des Niederflurbahnsystems und beim Land die Förderung von Regionalbahn und BRT-Schnellbussystem beantragt.

 

Allein für die Planungskosten des Niederflurbahnsystems rechnet das Landratsamt mit 32 Millionen Euro. Für diesen Betrag könnte die Regionalbahn Markgröningen-Ludwigsburg inklusive der Verlängerung nach Kornwestheim komplett realisiert werden.