"Stadtbahn am Scheideweg"

Mit dieser Überschrift erschien am 2. August 2025 ein Artikel in der LKZ. In diesem Artikel steht folgender bemerkenswerte Satz: „Anfang 2019 wurde übrigens davon ausgegangen, dass die Stadtbahn-Strecke von Markgröningen nach Ludwigsburg 2025 in Betrieb geht - eine absurde Illusion“. So schreibt es der Redakteur der LKZ. 

 

Was 2019 als „Vorlaufbetrieb“ nicht wenige Markgröninger auf eine Reaktivierung ihres „Bähnle“ hoffen lies ist unter dem Namen „LUCIE" zu einer Riesenkrake mit immer neuen Streckenarmen mutiert, so dass man das eigentliche Rückrat, die Stammstrecke von Markgröningen nach Ludwigsburg kaum mehr erkennen kann. Die hohe Wirtschaftlichkeit der Bahnstrecke Markgröningen-Ludwigsburg macht überhaupt erst die Fantasien eines Stadtbahnnetzes im Landkreis Ludwigsburg möglich, wie sie unser Landrat als „Lucie in the sky with Diamonds“ wohl erträumt.

 

Die Reaktivierung der Markgröninger Bahn wäre keine „Illusion" gewesen, hätte man sich von Anfang an auf die Stammstrecke von Markgröningen nach Ludwigsburg konzentriert. Damals existierten Pläne auf dieser Strecke mit Wasserstoff betriebene Züge ohne Oberleitung verkehren zu lassen. Es wäre die Chance gewesen hier ein Leuchtturmprojekt auf die Schiene zu setzen, das Maßstäbe im Landkreis Ludwigsburg gesetzt hätte.

 

Wie man hörte, hat jetzt zumindest der Markgröninger Gemeinderat in einer nichtöffentlichen(!) Sitzung der Stadtverwaltung und damit den politischen Vertretern im Kreistag und Zweckverband die gelbe Karte gezeigt und sich mit klarer Mehrheit für die Einfahrt der Bahn in den Bahnhof Ludwigsburg ausgesprochen anstatt den Ludwigsburger Planspielen weiter tatenlos zuzuschauen.

 

Lieber ein Ende mit Zweck, als ein Zweck ohne Ende möchte man dem Zweckverbandchef Michael Ilk zurufen. Ein Zweckverband nur mit den Anrainern der Bahnstrecke von Markgröningen nach Ludwigsburg währe jetzt das Gebot der Stunde um wenigstens die Markgröninger Bahn auf das Gleis zu setzen. Die Markgröninger könnten dann ihren Landrat beim Schäferlauf ganz ohne „Lucie in the sky…“ wieder am Bahnhof in Empfang nehmen, wie sie das zum letzten Mal anno 2002 tun konnten.

Letzter Sonderzug zum Schäferlauf 2002 mit der für die Bahnreaktivierung favorisierten Regio-Shuttle-Garnitur RS1 von Stadler. Quelle: AGD Markgröningen, Bild: Uwe Schnell