Alle zehn Jahre wird das Kreistraßenprogramm des Kreises Ludwigsburg neu aufgelegt und fortgeschrieben. Wie die LKZ in ihrer Ausgabe vom 22. 4. 2026 berichtet hat der Landkreis nun einen ersten Entwurf vorgelegt, welcher den Gemeinden zur Beratung zugestellt wurde. Unter der Fragestellung "Verabschiedet sich der Kreis auch von Vorhaben" schreibt die LKZ weiter: "Ja, von der Nordumfahrung in Markgröningen, die nach wie vor unvollendet ist – und die Menschen in der Stadt lange polarisiert hat. "Dieses Projekt ist seit 2017 im Programm enthalten", heißt es aus dem Landratsamt dazu. "Konkrete Planungen der Stadt Markgröningen sind der Verwaltung bis heute nicht bekannt." Bürgermeister Jens Hübner hatte sich im Wahlkampf 2022 gegen die Vollendung der Nordumfahrung gestellt.
Leserbrief in der LKZ vom 28. April 2026
"Vom Tisch ist die Vollendung der Markgröninger Nordumfahrung", so ist es auf der Titelseite der LKZ zum Bericht über den Entwurf zur Fortschreibung des Kreisstraßenprogramms zu lesen. Auf dem Tisch in diesen Tagen ist die Eröffnung eines neuen Radweges ganz in der Nähe der geplanten Trasse der Nordumfahrung. Sollte die Verkehrswende tatsächlich auch in der beschaulichen Schäferlaufstadt angekommen sein?
Schon beim Entwurf der letzten Fortschreibung des Kreisstraßenprogrammns für die Jahre 2017-2026 sollte die Nordumfahrung vom Tisch fallen. Damals träumte die Markgröninger Verwaltung und Politik aber noch von einem "Enztalabstieg", welcher die mit der Nordumfahrung drohenden Verkehrsströme für Unterriexingen über die B10 entschärfen sollte.
Denn die Regionalversammlung wiederum plante die Nordumfahrung nie in erster Linie für eine Verkehrsreduzierung in der Markgröninger Innenstadt sondern als Regionaltangente für überörtliche Verkehre wie zum Beispiel den Logistikverkehr aus dem Industriegebiet Eichwald.
Unter den Tisch gekehrt wurden dabei die bis heute nicht gelösten zusätzlichen Verkehrsprobleme in Unterriexingen (Stichwort Engstelle) und "eine hohe Betroffenheit von Schutzgütern" (17 Schutzgüter bei Umwelt und Klima) durch die geplante Umfahrung.
Nutzen sie die Gunst der Stunde, möchte man heute den Verantwortlichen in der Verwaltung und den politischen Vertretern im Gemeinderat, Kreistag und der Regionalversammlung zurufen und legen sie die Nordumfahrung, dieses aus der Zeit gefallene Straßenprojekt, dieses Mal endgültig ad acta.
Noch nie waren die Vorraussetzungen für die Förderung alternativer Mobilität in den Gemeinden so gut wie heute. Die renovierte STVO gibt den Kommunen mehr Handlungsspielraum und es stehen umfangreiche Fördergelder bereit.
Die Reaktivierung der Bahnstrecke von Markgröningen nach Ludwigsburg und der Ausbau des Radverkersnetztes in und um Markgröningen gehören jetzt auf den Tisch.
